Small Cute Yellow Pointer °Convallaria°s Bücherblog: [Buch] "Lost Land - Die erste Nacht" von Jonathan Maberry

Dienstag, 23. Oktober 2012

[Buch] "Lost Land - Die erste Nacht" von Jonathan Maberry


Vierzehn Jahre ist es her, dass sich der zwanzigjährige Tom Imura seinen kleinen Bruder Benny - noch keine zwei Jahre alt - geschnappt hat und mit ihm aus dem Fenster des Elternhauses geklettert und geflohen ist. Aber Tom ist kein Entführer. In jener Nacht - von nun an „die erste Nacht“ genannt, sind die Toten auferstanden und sind über die Lebenden hergefallen. Ein Biss genügt, um zu sterben und wiederum selber zum Zombie zu werden. In Mountainside haben sich die Überlebenden ein neues, wenn auch von Angst beherrschtes Leben, aufgebaut. Als Benny fünfzehn Jahre alt wird, ist er verpflichtet, zumindest halbtags zu arbeiten, um weiterhin seine volle Nahrungsration zu erhalten. Wider Willen tritt er bei seinem Bruder in die Lehre. Dieser ist Kopfgeldjäger und macht Jagd auf Zombies. Zwar hasst Benny Zombies abgrundtief, aber noch mehr als die Untoten, hasst er Tom. Dieser hat seiner Meinung nach in der ersten Nacht wie ein Feigling gehandelt und zugelassen, dass der zum Zombie mutierte Vater ihre Mutter tötet.
Bei der ersten gemeinsamen Jagd muss Benny erkennen, dass es Gefährlicheres im Leben gibt als Zombies und dass der Zaun um Mountainside sie nicht davor schützen kann. 

In meiner Zusammenfassung der Geschichte erwähne ich mit Absicht explizit das Alter der beiden Brüder, weil man, wenn man die Inhaltsangabe des Verlages bzw. die Leseprobe liest, schnell zu dem fehlerhaften Schluss kommen könnte, dass der Altersunterschied von den Beiden nicht sehr groß ist. So ist dem nicht, und wenn man mit diesem Wissen an die Geschichte herangeht, ist es einem eher möglich, für Bennys Gebären Verständnis aufzubringen. Hier fängt das Problem nämlich schon an. Ich könnte mir gut vorstellen, dass mancher Leser dieses Buch genervt zur Seite legt, weil er mit der Hauptfigur gar nichts anfangen kann und von dessen Handeln und Sichtweise einfach nur aufgebracht ist. Für einen 15jährigen benimmt er sich total unreif und würde von seinem Verhalten her, eher ist die Vorschule passen. Dagegen ist sein Bruder Tom eine wahre Wohltat - der Sympathieträger schlechthin, würde ich sogar behaupten. Geduldig erträgt er Bennys offene Abneigung und seine Spitzen und erklärt ihm, wie es in der neuen Welt abläuft, ohne dabei lehrerhaft zu wirken. Alles, was er Benny mitteilt, hat Hand und Fuß und regt nicht nur bei seinem kleinen Bruder zum Nachdenken an. Das und die Vorkommnisse, die diese Geschichte dominieren, sorgen dafür, dass Benny im Laufe der Erzählung sichtlich an Reife gewinnt und lernt, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Die restlichen Charaktere wurden größtenteils recht anschaulich beschrieben. Hierzu gehören vor allem die rothaarige Nix und der Erosionskünstler Sacchetto. Beides Personen, die recht einnehmend sind. Andere blieben dagegen eher blass und hatten meiner Meinung nach zu viel Beachtung, ohne wirklich zur Handlung beizutragen. Vielleicht ändert sich das in den nächsten Bänden.
Bei Lost Land handelt es sich um eine Buchreihe, wobei bisher nur der erste Band auf Deutsch erschienen ist.
  1. Lost Land - Die erste Nacht (OT: Rot & Ruin)
  2. … (OT: Dust & Decay)
  3. … (OT: Flesh & Bone)
Erwähnenswert wäre hier noch, dass sich »Die erste Nacht« wie eine eigenständige Geschichte lesen lässt, die ohne Cliffhanger auskommt und eine abgeschlossene Handlung aufweist. Man ist also nicht »gezwungen« die restlichen Teile der Reihe auch noch zu lesen. Gleichzeitig verspricht dieser Umstand, dass der nächste Teil garantiert ganz anders und somit bestimmt spannend wird. Und vielleicht wird dann auch die Ursache geklärt, warum die Verstorbenen zu Zombies werden. Das empfohlene Alter, was vom Hersteller genannt wird, beträgt 13-16 Jahre. Dem stimme ich teilweise zu. Von der Verständlichkeit des Textes her ist der Inhalt für einen 13jährigen gut schaffbar. Allerdings sollte hier differenziert werden. Bei »Die erste Nacht« handelt es trotz allem noch um ein Horrorbuch und nicht gerade selten geht es hierbei etwas blutig zu. Wer eher zartbesaitet ist, sollte von diesem Buch die Hände weglassen. Das Buch umfasst vier Abschnitte mit ingesamt 55, recht kurz gehaltenen, Kapiteln plus einen Epilog. Mein Fazit: »Die erste Nacht« ist ein spannendes Jugendbuch, was besonders zum Ende hin sehr an Fahrt zunimmt. Ohne zu moralisch zu wirken, regt es zum Nachdenken an.

Mein Dank geht an den Thienemann Verlag, für die Bereitstellung dieses Leseexemplares.



Genre: Jugendbuch, Horror, Dystopie
OT: Rot & Ruin
Gebundene Ausgabe, 528 Seiten
Thienemann Verlag, Erste Auflage September 2012
ISBN 978-3522201513, Preis € 16,95

Kommentare:

  1. Schöne Rezi. Ganz meine Meinung, obwohl ich Benny gar nicht so nervig finde wie ihn schon viele beschrieben haben. Ich meine..wie sollte er anders sein, wenn er doch komplett isoliert aufwächst.
    und wenn ich ihn mit den 15jährigen die ich so kenne oder in der Bahn sehe vergleiche..kommt er noch ganz gut dabei weg, die heutigen Kids sind auch nicht weiter..geistig sowieso nicht xD
    lg
    Aki

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    1. Hmmm, echt? Ich habe nicht mehr so viel Kontakt zu dieser Generation, aber wenn du das sagst...
      Jetzt hat sich Benny ja bereits zum Besseren gewandelt. Mal schauen, ob die Entwicklung im nächsten Band anhält.

      LG

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  2. Schöne Rezi, das Buch hat mir auch gefallen. Ich bin gespannt, wie Dir "Sturmherz" gefallen wird. Hast jetzt auf jeden Fall einen Leser mehr. ;))

    LG
    fantasticbooks
    http://books-are-fantastic.blogspot.de

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